eine Geschichte?

Naturreligiöse Siedlungsgemeinschaft Dorflinde von 1992 e.V.

Heidentum, Naturreligion - Christentum

Es gibt doch so viele Gruppen, manche befreundet, manche verfeindet, wer hat denn nun Recht? Was ist denn nun eigentlich richtig. Bin ich ein Heide, oder bin ich keiner? Wer ist überhaupt ein “richtiger” Heide? Ich glaube nicht, daß jemand diese Fragen zu Jedermanns Zufriedenheit beantworten kann, aber ich möchte Euch hier eine kleine Geschichte erzählen, und alle, ob Heide oder Christ einmal bitten, vorurteilsfrei zuzuhören, und darüber nachzudenken. Vieleicht findet der eine oder andere dann die Antworten für sich selbst.

Es war eine Gruppe von Kindern, die ging spazieren, und kam zu einem wunderschönen, alten Apfelbaum. Sie standen um ihn herum, und bewunderten ihn. Schau, sagte das eine, der wunderschöne Baum, und der prächtige Schatten den er spendet. Aber nein, sagte das, welches auf der gegenüberliegenden Seite stand, hier ist doch schönster Sonnenschein, und dort auf dem Zweig sitzt ein Eichhörnchen, und zehn rotbackige Äpfel kann ich sehen. Das stimmt aber nicht, meinte das auf der dritten Seite, dort ist kein Eichhörnchen, aber zwischen den Wurzeln in einer Höhlung, sitzt ein Hase. Und zwanzig Äpfel trägt der Baum, aber nicht alle haben rote Backen. Wer hat nun Recht? Auf der vierten Seite steht nun ein Kind, mit großer Vorstellungskraft begabt, seht nur sagt es, der goldene Sonnenschein, den blauen Himmel, und dort der schöne Schmetterling, auf der anderen Seite gibt es bestimmt noch Dutzende davon, in den prächtigsten Farben. Und dort wachsen ein paar Blumen, bestimmt gibt es dort drüben in der Sonne noch mehr, und viel schönere. Nun steht aber in diesem Kreis ein Kind, das sich heute traurig fühlt, nun, ja, jetzt ist hier Sonnenschein, aber bald wird es bestimmt regnen, der Schmetterling ist bestimmt der letzte, und die anderen Blumen sind bestimmt schon verwelkt. Hört doch auf, sagt ein weiteres Kind zornig, Blumen, Schmetterlinge! Hier gibt es nur einen Haufen Unkraut, und eklige Insekten, die mich völlig zerstochen haben. Nun gehen die Kinder nach Hause, und jedes malt ein Bild von der Wiese mit dem Baum. Und sie beginnen sich zu streiten, denn keines erkennt im Bild der Anderen den Baum wieder, den es gesehen hat. Streit ist immer schlecht, sagt nun ein sehr wohlmeinendes Kind, ich kann gut malen, ich nehme nun das Beste aus Euren Bildern, und male ein Neues, und das ist dann das Richtige, und wer das nicht glaubt ist dumm! Nun kommt dieses Kind aber aus einer anderen Gegend, und so gibt es unserem Apfelbaum die Grundzüge eines Pfirsichbaums, weil ihm der doch viel besser gefällt, und viel sinnvoller dünkt. Und die Freunde dieses Kindes gehen hin, und verprügeln jeden, dem das geschaffene Bild nicht gefällt.

Jetzt sagt ihr vielleicht, so sind Kinder nun mal, sie denken nicht in großen Zusammenhängen, und müssen es erst lernen zu erkennen, daß Gegenstände vom anderen Standpunkt aus gesehen ein verändertes Aussehen haben. Wenn sie größer werden, werden sie auch das lernen. Dann werden sie auch nicht mehr dazu neigen ihre Ansicht mit den Fäusten zu den Richtigen zu erheben. Aber, sind wir alle erwachsen geworden?